"Idyllen der 50er Jahre"

Wer heute an die Fünfziger Jahre zurückdenkt, dem mögen Schlagwörter einfallen wie: Heimatfilme á la "Sissi" und die "Schwarzwaldmelodie", große Kinoklassiker wie "Dr. Schiwago". Auch "Sputnik", James Dean und das Wirtschaftswunder. In der Architektur sieht man die Zeitspanne zwischen 1945 und 1962 als abgeschlossene Epoche. Sie gilt heute als nicht allzu attraktiv.
Allein in der Sebalder Altstadt, der ehemaligen "Steppe", gibt es 27 Wandbilder, die über diese Zeit "erzählen".

Wenn man sich aber die Wandbilder jener Zeit genauer betrachtet, dann fällt auf, dass die Schlagwortsammlung nicht komplett ist. Zu komplex ist diese Zeitspanne in politischer und kultureller Hinsicht. Die Erinnerung an Krieg, Trümmer, Not wird verdrängt; man will vergessen. Der Wiederaufbau lässt die Trümmer verschwinden. Aber gleichzeitig gibt es eine neue Angst:
Es ist die Zeit des Kalten Krieges, die Berliner Luftbrücke (1948/49) liegt nicht lange zurück. 1949 zündet die UdSSR ihre erste Atombombe, 1951 testet die USA die Wasserstoffbombe. In Korea, Vietnam und Indochina wird gekämpft. Die Angst, dass der Krieg wieder nach Europa kommt, ist nicht vorbei. Die Hoffnung auf dauerhaften Frieden und auf ein friedliches Leben kommt in Bildern an den Wänden zum Ausdruck.

Die gesamte Fotosammlung mit Wandbildern aus den 50er Jahren befindet sich heute im Nürnberger Stadtarchiv.

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